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Brebacher Weg 15 (Haus 33), 12683 Berlin,
Tel.: 030 - 56295160, Fax: 030 - 562951619, post@wuhletal.de

Krankenhauskirche im Wuhlgarten

Ort der Andacht und Besinnung, Ort der Stille und Begegnung, Ort der Kultur

Anschrift: Brebacher Weg 15 12683 Berlin
Öffentliche Verkehrsmittel: U- & S-Bahf. Wuhletal, Bus X69, 154, 191
Tel./Fax: 030 / 562 969 423
030 / 562 969 429
E-Mail: kirche@wuhletal.de
Öffnungszeiten: Täglich von 14.00 - 17.00 Uhr (Cafe der Stille) sowie zu den Veran-staltungszeiten
Gottesdienste: Sonntag 10.00 Uhr (1. & 3. Sonntag - Heilige Messe, 2 & 4. Sonntag - ev. Gottesdienst, 5. Sonntag alternierend ev. oder kath.)
Ansprechpartner: Detlev Strauß (Sprecher der IG Kirche), Ute Frauenstein
Hinweis auf aktuelle Veranstaltungen: Siehe unser Aktuelles Programm.

Weitere Informationen der Einrichtung & Links:

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Die Krankenhauskirche im Wuhlgarten ist ein Projekt des Wuhlgarten - Hilfsverein für psychisch Kranke e.V. Das Projekt wird aber vor allem auch durch das Engagement der Interessengemeinschaft Kirche getragen, in der Vertreter/innen der katholischen und evangelischen Kirche, des Unfallkrankenhauses sowie viele engagierte Bürger/innen mitarbeiten. Weitere Unterstützung ist herzlich willkommen.

Wir wünschen allen Besucher/innen angenehme Stunden, eine besinnliche Zeit und frohe Begegnungen in unserer Krankenhauskirche. Lassen sie sich etwas mitnehmen von der Ausstrahlungskraft, der spirituellen Energie und der Geborgenheit, die das Gebäude und andere Menschen aussenden.

Unser Leitbild

Vorwort: Dieses Leitbild dient der Orientierung für Betreiber, Veranstalter, kirchliche Mitarbeiter, Nutzer und Besucher der Krankenhauskirche im Wuhlgarten. Das Leitbild fasst in thesenartiger Form die wesentlichen Merkmale zusammen und enthält zudem Ableitungen sowie Schlussfolgerungen, welche jeweils konkrete Bezüge haben und den gegenwärtigen Stand der Diskussionen bzw. Meinungsbildung widerspiegeln.

Der Wuhlgarten – Hilfsverein für psychisch Kranke e.V. (Wuhlgarten e.V.) ist seit dem 1. Januar 2009 Eigentümer der Krankenhauskirche am Klinikstandort Brebacher Weg in Berlin-Biesdorf.

Der Wuhlgarten e.V. ist Gesellschafter der „Wuhletal – psychosoziales Zentrum gGmbH“ und unterhält ein umfassendes soziales Netzwerk mit zahlreichen Einrichtungen und Projekten im Stadtbezirk Marzahn-Hellersdorf für behinderte und suchtabhängige Menschen.

Der Verein übernimmt mit der Kirche eine Einrichtung am Ort seiner Gründung und erweitert so sein Angebot sozialer Leistungen sowie kirchlicher und kultureller Veranstaltungen für die Kliniken am Standort (Vivantes Klinikum Hellersdorf, Unfallkrankenhaus Berlin und Augenklinik Berlin-Marzahn GmbH) und für die Region.

1. Die historische Krankenhauskapelle führt den Namen „Krankenhauskirche im Wuhlgarten“

 

2. Die Krankenhauskirche im Wuhlgarten hat eine dreifache Bestimmung:
2.1 Die Kirche als Gotteshaus
2.2 Die Kirche als Stätte der Kultur
2.3 Die Kirche als Begegnungsstätte

 

3. Die Krankenhauskirche im Wuhlgarten ist in ihren Funktionen
    christlichen und humanistischen Werten verpflichtet.

 

4. Die Krankenhauskirche im Wuhlgarten baut Brücken, vernetzt und verbindet.

 

5. Die Krankenhauskirche im Wuhlgarten ist eine regionale,  hauptsächlich auf den Stadtbezirk Marzahn-Hellersdorf orientierte Einrichtung.

 

                                                                                                                  
Geschichte des Krankenhausstandortes Wuhlgarten

Am 18.November 1893 wurde die „Anstalt für Epileptische Wuhlgarten bei Biesdorf“ eröffnet. Es war eine von Stadtbaudirektor Hermann Blankenstein in den Landschaftsraum des Wuhletals eingefügte 96,6 ha große Krankenhausanlage mit 1000 Betten. Umgeben von weiträumigen Parkanlagen gliederte sich die Anstalt in Aufnahme- und Koloniehäuser, Gutshof und Wirtschaftseinrichtungen, Verwaltungsgebäude und Kirche. Mit eigener Strom- und Wasserversorgung, mit eigener Landwirtschaft und Gärtnerei, mit eigenem Friedhof und mit zahlreichen Werkstätten (Stellmacher, Korbflechter, Sattler, Schlosser) war die Anstalt weitestgehend autark. Die Patienten wurden therapiert, wohnten und arbeiteten hier und blieben oftmals über Jahre in diesem Haus. Der in der Mitte des 19.Jahrhunderts von dem fortschrittlichen Nervenarzt Wilhelm Griesinger  (1817-1867) entwickelte Gedanke einer wirksamen Verbindung von Therapie und Milieuwirkung (Behandlungen, Wohnen und Arbeit unter einem Dach) wurde hier in eindrucksvoller Weise verwirklicht. Nach dem ersten Weltkrieg begann dann die Umwandlung der Anstalt zu einer allgemein psychiatrischen Einrichtung mit dem gesamten Behandlungsspektrum für neurologisch- psychiatrische Krankheiten.

Mit dem Nationalsozialismus begann auch das dunkle Kapitel der „Vernichtung unwerten Lebens“. Die Mehrheit der Patienten wurden 1941 im Rahmen des Euthanasie- Programmes in die Tötungsanstalten Hadamar, Obrawalde, Brandenburg transportiert. Ein Gedenkstein am alten Bahndamm in der Nähe der Altentreptower Straße erinnert an dieses furchtbare Verbrechen. Bombenangriffe und das Vorrücken der Roten Armee in den letzten Kriegstagen forderten weitere Opfer. Die Anstalt, die nach der Vernichtung der psychiatrischen Patienten  als Lazarett und Infektionskrankenhaus diente, war zudem überfüllt mit Flüchtlingen. Innerhalb kurzer Zeit mussten Bombenopfer, Tote aus Infektionshäusern und umgekommene Flüchtlinge beerdigt werden. Dazu hob man ein Massengrab auf dem südlichen Wuhlehang unweit der Hauptallee aus und bestattete dort in den ersten Maitagen 1945 180 Tote. Auch hier erinnert ein Gedenkstein an diese Kriegsopfer.

Mühsam begann der Aufbau nach dem Ende des Krieges und der Befreiung vom Nationalsozialismus. Die Hälfte des Krankenhauses war von der Roten Armee besetzt. Bombardierte Häuser wurden notdürftig repariert. Es mangelte an Lebensmitteln, Brennstoffen, Wasser und Medikamenten. Erst nach 1950 entwickelte sich diese Einrichtung dann rasch  zu einem modernen neurologisch psychiatrischen Fachkrankenhaus mit den Disziplinen Allgemeinpsychiatrie, Neurologie, Gerontopsychiatrie, Suchtkrankheiten und Psychotherapie. Zur 75 - Jahrfeier 1967 erhielt es den Namen des bedeutenden Neurologen und Psychiaters  Wilhelm Griesinger.

Als „Zentralklinik für Neurologie und Psychiatrie“ wurde das Krankenhaus 1987 Leitklinik für die Fachrichtungen Neurologie und Psychiatrie in der DDR.

Am 22.Juni 1989 erhielt das Krankenhausgelände mit seinen historischen Gebäuden und der Parkanlage den Status eines Bau- und Gartendenkmals. 1997 fusionierte das Wilhelm- Griesinger- Krankenhaus mit dem Krankenhaus Kaulsdorf zum „Krankenhaus Hellersdorf“. Dieses wurde dann als „Vivantes Klinikum Hellersdorf“ Bestandteil der 2001 gegründeten Vivantes – Netzwerk für Gesundheit GmbH. Mit seiner Psychiatrischen Klinik ist das Klinikum Hellersdorf noch heute auf diesem „Standort Brebacher Weg“ vertreten.

1997 wurden auf diesem Standort auch das Unfallkrankenhaus Berlin und die Augenklinik eröffnet. Beide Kliniken nutzen denkmalgeschützte historische Gebäude. Weitere nicht mehr als klinische Einrichtung benötigte Gebäude wurden in den letzten Jahren von Privateigentümern und von sozial orientierten Vereinen (Wuhlgarten e.V.)  übernommen.

Die Krankenhauskirche im Wuhlgarten

Erstmals bei seinen Krankenhäusern, stellte Hermann Blankenstein in Biesdorf eine Kirche als eigenständiges Gebäude mit ins Zentrum. Damit unterstrich er den dörflichen Charakter der Anstalt. Er realisierte 1893 ein Konzept, in dem Therapie, Arbeit und Wohnen als eine Einheit gesehen wird mit der Kirche als einem wichtigen Bestandteil des repräsentativen und zentralen Platzes der Anlage.  Die im Stile einer frühchristlichen Basilika errichtete dreischiffige Kirche bot 500 Besuchern Platz. Die historisierende Form des Klinkerbaues orientierte sich an der Neorenaissance - Strömung der Berliner Bauschule. Die ursprünglich hohe Glockenturmspitze, die auf alten Abbildungen noch zu sehen ist, wurde wenige Jahre nach der Fertigstellung aus statischen Gründen durch einen flaches Pyramidendach ersetzt. Gottesdienste hielten die Ortspfarrer, auch von Konzerten, z.B. zur Weihnachtszeit, wird berichtet.

Im zweiten Weltkrieg wurde die Kirche durch Kriegseinwirkungen und Bombenangriffe beschädigt Danach fristete sie als Lagerraum trostloses Dasein. Bauteile wurden zur Reparatur anderer Klinikgebäude entnommen. So verkam sie zunehmend zu einer Ruine. Erst Ende der 1980er Jahre planten das Stadtplanungsamt und die Denkmalpflege des Magistrats von Berlin die ersten Maßnahmen zur ihrer Sicherung. Aus Gründen zu hoher Kosten, es wurden ca. 300 000 DDR- Mark veranschlagt, unterblieben diese Maßnahmen. Bis zum Wiederaufbau der Kirche fanden Gottesdienste (auch zu DDR-Zeiten) in einem Kellerraum des Hauses 28 statt, heute ein privates Wohnhaus im Landhausring.

Anfang der 1990er Jahre begann dann die „Bauakademie EDV-Kompetenz und Weiterbildungszentrum GmbH“ mit den ersten ernst zunehmenden Sicherungsarbeiten und der denkmalpflegerischen und bautechnischen Dokumentation der Kirche. Mit der Errichtung des Unfallkrankenhauses (UKB) auf dem Gelände wurde schließlich auch der Wiederaufbau der Kirche begonnen. Mit finanziellen Mitteln des Hauptverbandes der gewerblichen Berufsgenossenschaften (Träger des UKB), des Kommunalen Investitionsprogramm des Bundes und der Länder und mit Eigenmitteln des Wilhelm-Griesinger-Krankenhauses konnte die Kirche wieder aufgebaut werden. Der Turm verblieb vorerst als gesicherte Ruine.  Am 18. November 1997 fand dann die feierliche Wieder-Einweihung durch Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche unter großer öffentlicher Anteilnahme statt.  Die Fenster wurden, vor allem auch die wunderbare Rosette über dem Eingansportal, von dem Pankower Künstler Helge Warme gestaltet. In der Apsis und verteilt im Kirchenraum sind Reste der ursprünglichen Bemalung und Ausgestaltung erhalten geblieben, sorgfältig nach denkmalpflegerischen Vorgaben restauriert und deutlich abgesetzt zur heutigen Farbgestaltung. Eine Fußbodenheizung sorgt für angenehme Raumtemperatur auch im Winter. Eine Spendenaktion ermöglichte 2001 die Anschaffung einer Konzertorgel.

In der heute ökumenisch genutzten Kirche finden regelmäßig Gottesdienste statt. Sie werden abwechselnd von den katholischen und evangelischen Krankenhausseelsorgern gehalten. Die Kirche dient zudem als Raum der Stille, der Andacht und der Meditation und auch als ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches. Durch ein abwechslungsreiches künstlerisches und kulturelles Programm an Konzerte, Ausstellungen, Lesungen, Theateraufführungen, ist die Kirche den Patienten und Besuchern der Region wieder bekannt geworden. Seit 2009 betreibt der Wuhlgarten e.V. die Krankenhauskirche. Mitglieder und Betreute des Vereins, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der benachbarten Krankenhäuser, Krankenhausseelsorgerinnen und Krankenhausseelsorger und  interessierte Anwohnerinnen und Anwohner wirken zusammen als Interessengemeinschaft und gestalten, organisieren und begleiten das Programm. 

Der Wuhlgarten e. V. hat sein Ziel, die Sanierung und der Wiederaufbau des Turmes, im Jahr 2011 umsetzen können. Möglich wurde das mit einer Vielzahl von Spenden der Bürgerinnen und Bürger sowie Förderern (Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Landesdenkmalamt Berlin, Bezirksamt Marzah-Hellersdorf, Unfallkrankenhaus Berlin).